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FAQ - Oft gestellte Fragen

Im Gespräch mit dem MSC - Antworten zu häufig gestellten Fragen.


Was macht der MSC?

Welche Kriterien umfasst der MSC-Standard für nachhaltige Fischerei?

Bevor eine Fischerei das MSC-Zertifikat erhalten kann, muss Sie sich einer komplexen Bewertung nach dem MSC-Umweltstandard unterziehen. Dieser Standard umfasst drei übergeordnete Prinzipien:

1. Der Fischbestand ist in gutem Zustand

Das MSC-Siegel wird nur an Fischereien vergeben, die Fischbestände so nutzen, dass sie in einem guten Zustand bleiben oder nachweislich wieder dorthin anwachsen.

2. Der Lebensraum Meer wird geschont

Das MSC-Siegel für nachhaltige Fischerei wird nur an Fischer vergeben, deren Einwirkung auf die Lebensräume im Meer akzeptabel ist. Die Auswirkungen der verwendeten Fanggeräte sowie der ungewollte Beifang spielen unter anderem eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, zu beurteilen, wie sehr eine Fischerei die Bewohner der Meere oder die Meeresböden beeinflusst.

3. Das Fischereimanagement ist wirkungsvoll

Das MSC-Siegel erhalten Fischereien nur, wenn ihr Management auf eine nachhaltige, optimale Nutzung ausgerichtet ist. MSC-zertifizierte Fischereien müssen ihre Auswirkungen auf das befischte Ökosystem kennen und diese immer weiter reduzieren. Sie müssen alle geltenden Gesetze einhalten, und ihre Aktivitäten an neue ökologische Gegebenheiten anpassen.


Welche Fischereien können sich nach dem MSC-Standard bewerten lassen?

In Übereinstimmung mit den Leitlinien der Welternährungsorganisation (UN FAO) für die Vergabe von Umweltsiegeln für Fisch und Fischereierzeugnisse ist das MSC-Programm für jede legale Fischerei zugänglich. Ausgeschlossen sind Gift- und Sprengstofffischerei und der Fang von Säugetieren.

Jede Fischerei, die die MSC-Zertifizierung anstrebt, wird anhand der drei Prinzipien des Umweltstandards bewertet – dabei werden die Bestandssituation, die Auswirkungen der Fischerei auf das marine Ökosystem und das Management der Fischerei betrachtet.

Sowohl große industrielle Fischereien als auch kleine handwerkliche Fischereien zählen zu den weltweit mehr als 300 MSC-zertifizierten Fischereien. Alle haben in einer unabhängigen Prüfung bewiesen, dass sie die MSC-Kriterien für nachhaltige Fischerei erfüllen und werden regelmäßig von unabhängiger Seite kontrolliert.


Welche Fangmethoden können nach dem MSC-Standard zertifiziert werden?

In Übereinstimmung mit den Leitlinien der Welternährungsorganisation (UN FAO) für die Vergabe von Umweltsiegeln für Fisch und Fischereierzeugnisse ist das MSC-Programm für jede legale Fangmethode zugänglich. Ausgeschlossen sind Gift- und Sprengstofffischerei und der Fang von Säugetieren.

Der MSC zielt auf notwendige Änderungen im Management von Fischereien ab und treibt Fortschritte hin zu einer nachhaltigen Arbeitsweise in allen Formen der Fischerei voran. Theoretisch kann jede legale Fangmethode unter bestimmten Voraussetzungen und bei angemessenem Management nachhaltig eingesetzt werden. Hier gilt es den Einzelfall zu betrachten um entscheiden zu können, ob eine Fangmethode nachhaltig eingesetzt wird oder nicht. Und genau das passiert in einer MSC-Bewertung.

Erfahren Sie mehr über Grundschleppnetze, eine umstrittene Fangmethode >


Beinhaltet der MSC-Standard Tierwohlaspekte?

Bei Nahrung aus tierischen Quellen ist Tierschutz ein wichtiges Thema. BIO und andere Siegel enthalten zu Recht Vorgaben dazu. Das MSC-Siegel wird jedoch an Fischereien vergeben – in diesen findet keine Tierhaltung oder Zucht statt. Für Fisch aus verantwortungsvoller Zucht (auch Aquakultur genannt) gibt es das ASC-Siegel – bei der Bewertung von Aquakulturbetrieben nach dem ASC-Standard werden Vorgaben zum Tierschutz gemacht.

Dennoch beschäftigen sich Fischereien und Wissenschaftler mit dieser Frage und arbeiten an Methoden, die unnötiges Leid der Fische beim Fang verhindern sollen. So wurde von einer niederländischen Schollenfischerei eine Methode entwickelt, bei der die Schollen direkt nach Einholen des Netzes aus dem Netz geleitet werden und mithilfe von Strom betäubt werden. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass es die vorgeschaltete Betäubung ermöglicht, den Fisch ohne Stress und Schmerzen zu töten. Wir glauben, dass Methoden wie diese auch in anderen Fischereien Einzug halten werden.  

Nachhaltige Fischerei ist die Kernkompetenz des MSC-Umweltstandards. Wenn man Fischprodukte mit dem MSC-Siegel kauft, unterstützt man Fischereien, die nachhaltig und verantwortungsbewusst arbeiten und so den Erhalt der Fischbestände für die Zukunft sichern.


Berücksichtigt der MSC-Standard soziale Aspekte?

Der MSC-Standard ist in erster Linie ein Umweltstandard und umfasst keinen gesonderten Sozialstandard. Aber selbstverständlich muss jede Fischerei, die für sie geltenden internationalen, nationalen und regionalen Gesetze und Vereinbarungen einhalten, um zertifiziert werden zu können.

Der MSC verurteilt den Einsatz von Zwangsarbeit und alle Formen der menschlichen Ausbeutung in der Fischereiindustrie und den angeschlossenen Sektoren. Arbeitsbedingungen sind ein Problem in der gesamten Fischereiindustrie und der MSC will das Bewusstsein dafür fördern. Im März 2017 begann eine öffentliche Konsultation zur Einführung besserer Kontrollen um sicherzustellen, dass keine Arbeitsrechtverletzungen in MSC-zertifizierten Fischereien und Lieferketten stattfinden. Daraus folgten neue arbeitsrechtliche Anforderungen, die im August 2018 in die MSC-Zertifizierungsrichtlinien aufgenommen werden.

Die neuen Richtlinien fordern, dass Informationen aus MSC-zertifizierten Fischereien zu den ergriffenen Maßnahmen für die Vermeidung von Zwangs- und Kinderarbeit öffentlich einsehbar sein werden. Wer also Bedenken hinsichtlich Zwangs- und Kinderarbeit hat, kann diese Informationen überprüfen. Kein anderer globaler Standardsetzer für Fisch aus nachhaltiger Fischerei erfordert die Veröffentlichung dieser Informationen.

Der MSC verpflichtet sich zur weiteren Zusammenarbeit mit Sozialstandards und der Fischereiindustrie, um Möglichkeiten für die bessere Kontrolle und Vermeidung von Zwangsarbeit an Bord von Fangschiffen zu untersuchen.  

Weitere Informationen >


Wie funktioniert das Programm?

Was bedeutet nachhaltige Fischerei?

Es gibt unterschiedliche Auffassungen darüber, was „nachhaltige Fischerei“ bedeutet und beinhalten muss. Oft stehen dabei unterschiedliche Fragestellungen im Vordergrund oder werden vermischt: wissenschaftliche, ethische oder emotionale. Der MSC-Umweltstandard für nachhaltige Fischerei hat den Anspruch, den langfristigen Erhalt von Fischbeständen und Lebensräumen im Meer zu sichern und fußt ausschließlich auf wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Um wirksame und gleichzeitig erfüllbare Kriterien zu definieren, ist der MSC darauf angewiesen, dass sich die unterschiedlichen „Lager“ an seinem Programm beteiligen: Fischereien, Umweltorganisationen, Wissenschaftler, Behörden und der Handel. Allerdings wollen die unterschiedlichen Lager den MSC alle in ihre jeweilige Richtung ziehen, denn jedes hat seine eigene Vorstellung davon, was Nachhaltigkeit beim Fischfang bedeutet. Der MSC muss also einen Konsens moderieren, der alle Lager so gut wie möglich zufrieden stellt – und trotzdem effektiv und erreichbar ist und auf anerkannten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht.

Die Messlatte, die eine vorbildlich und nachhaltig arbeitende Fischerei überspringen muss, um zertifiziert zu werden, stellt daher einen breiten wissenschaftlichen Konsens dar, der von über 200 Wissenschaftlern, Umweltschützern und anderen Interessengruppen während eines zweijährigen Prozesses (1997-1999) definiert wurde.

Um die Entwicklungen der Fischereiwissenschaft angemessen wiederspiegeln zu können, wird der Standard alle fünf Jahre überarbeitet.


Was sind Zertifizierungsauflagen?

Eine Fischerei, die das MSC-Siegel erhält, arbeitet nachhaltig. Aber niemand ist perfekt, auch eine nachhaltige Fischerei nicht. Oft gibt es einzelne Leistungsindikatoren, in denen eine Fischerei sich noch verbessern kann und sollte. Das MSC-Programm ist so konzipiert, dass sich zertifizierte Fischereien nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, sondern sich stetig verbessern. Um das zu erreichen, müssen Fischereien sogenannte Zertifizierungsauflagen erfüllen.

Oft handelt es sich dabei um Beiträge zur Forschung, Verbesserungen an Fangmethoden oder Maßnahmen zum Bestandsaufbau.  Ob die Fischerei ihre Auflagen angemessen umsetzt, wird vom zuständigen unabhängigen Zertifizierer in jährlichen Audits überprüft. Erfüllt die Fischerei ihre Auflagen nicht, kann ihr das Zertifikat entzogen werden.


Wie werden MSC-zertifizierte Fischereien kontrolliert?

Das MSC-Zertifikat einer Fischerei gilt für fünf Jahre. Einmal pro Jahr gibt es Nachfolgeprüfungen durch einen unabhängigen Prüfer, sogenannte Audits, um sicherzustellen, dass die Fischerei den MSC-Anforderungen noch gerecht wird und sich weiterhin verbessert. Erfüllt die Fischerei ihre Auflagen nicht, kann das Zertifikat ausgesetzt oder entzogen werden. Je nach Risikolage kann der Prüfer auch die Kontrollhäufigkeit erhöhen, die Mitfahrt von Beobachtern auf Fangschiffen anordnen oder andere geeignete Maßnahmen ergreifen.

Nach fünf Jahren muss sich die Fischerei komplett neu zertifizieren lassen. Bei jeder Bewertung und bei jeder Nachfolgeprüfung können sich interessierte Stakeholder einbringen.

Wenn zertifizierte Fischereien ihren Zertifizierungsauflagen nicht nachkommen und/oder den MSC-Kriterien nicht mehr gerecht werden, werden sie suspendiert, d.h. dürfen ihren Fang nicht weiter mit MSC-Siegel kennzeichnen. Derzeit sind 16 Fischereien suspendiert.  Zuletzt suspendiert wurde die argentinische Sardellenfischerei (Januar 2018), da sich der Zustand des Sardellenbestandes verschlechtert hat und die isländische Seehasenfischerei (Februar 2018), da die Höhe und Zusammensetzung des Beifangs der Fischerei nicht mehr den Anforderungen des MSC entsprach.

Auch eine kanadische Hummerfischerei hat im März 2018 das MSC-Zertifikat verloren, da der Zertifizierer in einem Kontrollaudit festgestellt hat, dass Höhe und Zusammensetzung des Beifangs in der Fischerei nicht mehr den MSC-Kriterien entspricht.

Weitere Infos >


Wie werden Unternehmen der Lieferkette kontrolliert?

Das MSC-Zertifikat für Unternehmen der Lieferkette gilt für drei Jahre. In jährlichen Audits wird überprüft, ob die Anforderungen des MSC-Rückverfolgbarkeits-Standards weiterhin eingehalten werden. Hier führt der Zertifizierer z.B.  stichprobenmäßig eine Mengenbilanzanalyse durch, um sicherzustellen, dass maximal so viel MSC-zertifizierte Ware eingekauft wie verkauft wurde.

Erfüllt das Unternehmen die Anforderungen nicht, kann das Zertifikat ausgesetzt oder entzogen werden. Bei Verdachtsfällen kann der Prüfer auch kurzfristige oder unangekündigte Audits durchführen.

Nach drei Jahren muss sich das Unternehmen komplett neu zertifizieren lassen. Bei jeder Bewertung und bei jeder Nachfolgeprüfung können sich interessierte Stakeholder einbringen.


Wie wird sichergestellt, dass der MSC-Bewertungsprozess objektiv ist?

Für einen objektiven und unabhängigen Zertifizierungsprozess nutzen wir das System der “Bewertung durch Dritte”. Das bedeutet, dass der MSC die Kriterien für eine erfolgreiche Zertifizierung vorgibt, die Bewertung einer Fischerei an sich erfolgt durch unabhängige Zertifizierer. Unsere Hauptaufgabe ist also die Verwaltung und Weiterentwicklung der MSC-Standards. Das heißt, wir bewerten selbst keine Fischereien oder Unternehmen der Lieferkette und stellen auch keine Zertifikate aus.

Diese Aufgabe überlassen wir unabhängigen Gutachtern, die nach Rücksprache mit Experten und Vertretern von NGOs, Forschungsinstituten und Fischereibehörden entscheiden, ob die MSC-Standards erfüllt werden. So stellen wir sicher, dass eine MSC-Zertifizierung glaubwürdig ist und den Richtlinien von ISEAL und FAO für standardsetzende Organisationen entspricht.

Lesen Sie hier mehr über die externen Richtlinien von unabhängigen Organisationen, an die wir uns halten.


Wozu ist der MSC gut?

Was bringt der MSC den Fischern?

Eine MSC-Zertifizierung kann viele Vorteile für Fischer haben: Einige berichten, dass sie aufgrund des MSC-Zertifikats höhere Erzeugerpreise für ihren Fang bekommen. Anderen hat die Zertifizierung dabei geholfen, Kunden langfristig zu binden, neue Absatzmärkte zu erschließen oder Arbeitsplätze zu sichern. So erhalten die zertifizierten deutschen Heringsfischer in der Ostsee dank des MSC-Siegels bis zu 30 Prozent mehr Geld pro Kilo Hering und in Südafrika hat die Zertifizierung der Kap-Seehechtfischerei indirekt dazu beigetragen, rund 12.000 Arbeitsplätze im Fischereisektor und den abhängigen Wirtschaftszweigen zu sichern. Dies bestätigten zwei unabhängige Studien.

Aber auch der Reputationsgewinn oder die Bestätigung der nachhaltigen Arbeitsweise durch unabhängige Dritte können Gründe für eine MSC-Zertifizierung sein.


Was bringt der MSC den Meeren?

Intakte Fischbestände, weniger Beifang, mehr Schutzgebiete, stärkere Kontrollen und detaillierte Forschung: MSC-zertifizierte Fischereien tragen dazu bei, den Lebensraum Meer für die Zukunft zu erhalten. Das belegen die regelmäßig veröffentlichten Fortschrittsberichte des MSC, die den Einfluss des MSC-Programms erfassen. Diese Erfassung geht weit über Zahlen zur Fangmenge hinaus – auch ökologische und strukturelle Auswirkungen werden erfasst. Aus dem aktuellen Bericht 2017 geht hervor, dass MSC-zertifizierte Fischereien mehr als 1200 Verbesserungen erzielt haben.

Erfahren Sie mehr über Verbesserungen für unsere Meere >


Haben MSC-zertifizierte Produkte eine bessere Qualität?

Der MSC-Standard ist ein Umweltstandard, aber kein Qualitätsstandard. Unser Ziel ist es, dass es auch in Zukunft ausreichend Fisch gibt und dass die Lebensräume in den Meeren erhalten bleiben. Für die Qualität und die Sicherheit der Produkte sind dagegen die Hersteller verantwortlich – sowie erfreulicherweise die im deutschsprachigen Raum geltenden Standards und Gesetze.


Gibt es das MSC-Siegel auch auf gezüchtetem Fisch?

Das MSC-Siegel findet man ausschließlich auf wild gefangenem Fisch. Produkte aus nachhaltiger Fischzucht tragen das Siegel des ASC: „Aquaculture Stewardship Council“


Kann ich dem MSC-Siegel vertrauen?

Woher weiß ich, dass mein Fisch auch wirklich aus einer zertifizierten Fischerei stammt?

Anhand des MSC-Rückverfolgbarkeits-Standards werden alle Stationen der Lieferkette zertifiziert – vom Fischverarbeiter bis zur Frischfischtheke. Jedes Unternehmen dieser Lieferkette muss ein gültiges MSC-Rückverfolgbarkeits-Zertifikat vorweisen können, um seine Produkte mit dem MSC-Logo kennzeichnen zu dürfen. Unabhängige Audits und regelmäßige vom MSC durchgeführte DNA-Tests  bestätigen den unverfälschten Weg des Produktes durch die Verarbeitungskette.


Wieso ist das MSC-Siegel in Deutschland auf so vielen Produkten zu finden?

Deutschland ist erfreulicherweise absoluter Spitzenreiter, wenn es um Fischprodukte aus MSC-zertifizierter nachhaltiger Fischerei geht.

msc-marktpraesenz

 

Warum ist das so? Zum einen konzentriert sich der Fischkonsum der Deutschen auf wenige Arten, und diese sind in großen Mengen zertifiziert verfügbar. Alaska-Seelachs, welcher für Produkte wie Fischstäbchen und Schlemmerfilets verwendet wird, ist beispielsweise die größte Fischerei im MSC-Programm. Auch Hering ist in großen Mengen zertifiziert. Das erleichtert das Angebot von MSC-zertifizierten Produkten für den Handel. Ganz anders sieht das z.B. in Frankreich oder Spanien aus, wo der Fischkonsum viel diversifizierter ist.

Zum anderen ist das Bewusstsein für Umweltthemen in Deutschland sehr hoch. Global sieht das leider noch anders aus. Auch wenn der Verbraucher in Deutschland den Eindruck gewinnen könnte, das MSC-Siegel sei auf fast allen Fischprodukten zu finden, sieht die globale Realität leider anders aus. Nur 12% der globalen Fangmenge sind MSC-zertifiziert. Wir bewegen uns also immer noch in einer Nische, und es gibt noch viel zu tun.


Warum findet man das MSC-Siegel auch beim Discounter?

Wer ein Fischprodukt mit dem blauen MSC-Siegel kauft, belohnt nachhaltige Fischereien. Egal ob er das Produkt in einem Vollsortimentler oder in einem Discounter gekauft hat.  Um den verantwortungsvollen Umgang mit unseren Fischressourcen zu fördern, muss es einen Markt, also Abnehmer für Fischprodukte aus nachhaltiger Fischerei geben. Discounter sind dabei ein ebenso wichtiger Vertriebszweig wie „normale“ Supermärkte oder der Fischfachhandel.

Die Verfügbarkeit von MSC-zertifizierten Produkten bei Discountern und die günstigen Eigenmarken der Einzelhändler erhöhen die Nachfrage nach MSC-zertifizierten Produkten und motivieren somit Fischereien, sich nach MSC-Standard zertifizieren zu lassen und nachhaltig zu arbeiten.

Lesen Sie mehr über unseren Ansatz


Warum kann ich dem MSC-Siegel trauen?

Verbraucher sind einer enormen Informationsflut ausgesetzt, die es unmöglich macht, in allen Bereichen Experte zu sein. Und genau dafür wurde das MSC-Siegel entwickelt. Es gibt Fischliebhabern mit einem Blick auf die Verpackung die Gewissheit, dass es sich um ein Produkt aus nachhaltiger Fischerei handelt.

Um die Seriosität eines Zertifikates zu beurteilen, bieten vor allem zwei Organisationen Hilfestellung im Siegeldschungel: die Welternährungsorganisation FAO und die Dachorganisation für Nachhaltigkeitssiegel ISEAL. Beide haben Richtlinien für glaubwürdige Zertifizierungsprogramme definiert.

Der MSC verwaltet im Fischereibereich das einzige Zertifizierungsprogramm, das sowohl den FAO- als auch den ISEAL-Ansprüchen vollständig gerecht wird. Dies stärkt neben der Rückverfolgbarkeit MSC-zertifizierter Produkte das Vertrauen in das MSC-Siegel als ein glaubwürdiges Instrument, um nachhaltig gefangenen Fisch zu identifizieren – für Verbraucher wie für Handelsunternehmen.

Erfahren Sie mehr: Warum ist das MSC-Siegel vertrauenswürdig?


Was unterscheidet eine MSC-Zertifizierung vom Greenpeace Einkaufsratgeber?

Der MSC bewertet die Nachhaltigkeit einer Fischerei immer im Einzelfall und macht keine Pauschalaussagen zu Fischarten und/oder Fangmethoden. Die Einzelbewertung passiert im Rahmen des Zertifizierungsprozesses, der bis zu 18 Monate dauern kann: jede zertifizierte Fischerei wird von unabhängigen Gutachtern überprüft. Zusätzlich müssen sich viele zertifizierte Fischereien auch nach Erhalt des Zertifikats noch weiter verbessern.

Anders als die Bewertungsgrundlage für den Greenpeace Fischratgeber wurde der MSC-Standard im Rahmen einer umfangreichen, weltweiten Beratung mit mehr als 200 Experten aus Wissenschaft, Umweltschutz, Fischereimanagement und Industrie entwickelt. Er stellt einen breiten wissenschaftlichen Konsens darüber dar, was nachhaltige Fischereien ausmacht. Die MSC-Kriterien für nachhaltige Fischerei und das dahinterstehende Zertifizierungsverfahren werden regelmäßig unter Beteiligung dieser Interessengruppen weiterentwickelt. Alle Kriterien und Änderungen sind öffentlich einsehbar.

Wir möchten Verbraucher ermächtigen und ihnen praktisch umsetzbare Empfehlungen an die Hand geben. Entscheidet man sich, Fisch zu essen, so sollte man nur Fisch aus nachhaltiger Fischerei essen. Dafür steht das MSC-Siegel.


Wie finanziert sich der MSC?

Der MSC ist eine gemeinnützige Einrichtung, die aus der Zertifizierung von Fischereien keine Gelder erhält. Der MSC ist eine gemeinnützige Organisation. Sämtliche Einnahmen, die wir erhalten, werden in unser Programm reinvestiert. z.B. in Forschung und Entwicklung, in Bildung, in die Unterstützung von Fischereien in Entwicklungsländern oder in die Aufklärung der Öffentlichkeit. Das MSC-Budget stammt aus Fördermitteln und aus Lizenzgebühren, die Produzenten und Händler für die Nutzung des MSC-Siegels auf zertifizierten Fischprodukten an den MSC abführen.

Schauen Sie sich hier eine genaue Aufstellung unserer Finanzen an.


Nachhaltige Fischerei

Woher weiß ich, ob eine Fischart überfischt ist?

Fast jede Fischart kommt in mehreren Beständen vor. Die verschiedenen Bestände einer Fischart sind räumlich voneinander getrennt, so dass sie sich nicht vermischen. Im Nordostatlantik sind zum Beispiel 13 verschiedene Kabeljaubestände definiert. Einige davon sind in einem guten, andere leider in einem weniger guten Zustand. Für die Diskussion um Überfischung ist es also sehr wichtig, zwischen „Art“ und „Bestand“ zu unterscheiden. Meist wird nicht eine Art überfischt, sondern ein einzelner Bestand.

Tatsächlich sind viele Bestände überfischt. Andere aber erholen sich dank eines nachhaltigen Fischereimanagements. Die Bewertung nach MSC-Standard bezieht sich immer auf den befischten Bestand. Andere Bestände derselben Art werden von der Fischerei nicht beeinflusst, sodass deren Berücksichtigung in einer MSC-Bewertung keinen Sinn machen würde.


Dürfen MSC-zertifizierte Fischereien Beifang haben?

Es gibt kaum eine Fischerei ohne Beifang, da viele Fischarten nicht in reinen Schwärmen vorkommen, sondern sich mit anderen Arten mischen. Beifang ist ein wichtiger Nachhaltigkeitsaspekt beim MSC. Die Höhe des akzeptablen Beifangs für eine MSC-Zertifizierung ist von Fischerei zu Fischerei unterschiedlich. K.O. Kriterien bzw. pauschale Quoten sind bei der Beurteilung des Beifangs wenig zielführend. Der MSC betrachtet daher immer den Einzelfall: Im Rahmen einer MSC-Zertifizierung wird die Höhe und die Zusammensetzung des Beifangs und auch der Umgang mit dem Beifang untersucht, um zu beurteilen, ob die Fischerei nachhaltig arbeitet.

Dabei ist die Höhe des akzeptablen Beifangs von Fischerei zu Fischerei unterschiedlich. Fällt in einer Fischerei zum Beispiel ein Beifang in Höhe von acht Prozent an, so ist dies im weltweiten durchschnittlichen Vergleich ein geringer Beifanganteil. Bestehen diese acht Prozent jedoch aus einer Art, die in dem jeweiligen Gebiet als gefährdet gilt, so können auch acht Prozent schon zu viel sein. Den Umgang ebenfalls zu betrachten, ist deshalb wichtig, weil auch hohe Mengen an Beifang akzeptabel sein können, wenn diese zu einem großen Anteil wieder lebend freigelassen werden. 

Erfahren Sie mehr in diesem Video.


Schreibt der MSC den Fischereien vor, wieviel sie fangen dürfen?

Fangquoten werden grundsätzlich in der Politik verhandelt. Der MSC-Standard fordert jedoch, dass nachhaltig arbeitende Fischereien ihren Bestand so befischen, dass seine Ertragsfähigkeit langfristig gesichert ist. Auch wird geprüft, ob die festgelegten Fangquoten den wissenschaftlichen Empfehlungen folgen und für eine nachhaltige Bewirtschaftung des Bestandes angemessen sind. Zeigt sich im Rahmen einer MSC-Bewertung, dass ein Bestand unter seinem Grenzwert liegt, also überfischt ist, erhält die Fischerei kein Zertifikat. Erfahren Sie mehr in diesem Video.


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