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Fragen und Antworten zu: Thunfisch

Darf man Thunfisch noch essen? Und was ist mit den Delfinen? Wir klären auf, was die Probleme beim Thunfischfang sein können und worauf man als Verbraucher achten sollte.

Die wichtigsten Fragen zu Thunfisch

Ist Thunfisch vom Aussterben bedroht?

Den einen Thunfisch gibt es nicht – hinter dem Namen "Thunfisch" verstecken sich acht verschiedene Arten Thunfisch (Thunnus) sowie der Echte Bonito, auch Skipjack genannt (Katsuwonus pelamis), der gar kein Thunfisch ist, aber oft als "Dosenthunfisch" gehandelt wird.

Viele Thunfischbestände sind aktuell überfischt. So besteht für den Blauflossenthun aus mexikanischer Fischerei seit 2015 ein Fangmoratorium, damit sich die Bestände wieder erholen können. Viele andere Bestände sind aber weiterhin oder wieder in gesundem Zustand. Möchte man Thunfisch essen sollte man sich beim Kauf jedoch auf MSC-zertifizierte Produkte beschränken. Derzeit findet man in gut sortierten deutschen Supermärkten Weißen Thun, Gelbflossenthun und Echten Bonito mit dem MSC-Siegel. 

Jagen Thunfischfischereien auch Delfine?

Während Skipjack-Schwärme sich in der Regel unabhängig im Meer bewegen, ist der Gelbflossen-Thun im Nordostpazifik untrennbar mit Delfinschulen verbunden. Die Delfine schwimmen an der Wasseroberfläche, der Gelbflossen-Thun im Schwarm bis zu 150 Meter darunter. Die Gründe dafür sind weitgehend unerforscht und unbekannt, aber dieses Schwarmverhalten ist nur bei ausgewachsenen, älteren Fischen dieser Art zu beobachten, und nicht bei jüngeren Exemplaren oder anderen Thunfischarten. Und so nutzen Fischer in der Region seit Jahrhunderten die Anwesenheit von Delfinen als Hinweis auf die Präsenz von Gelbflossen-Thun. Im nordöstlichen Pazifik wird Thunfisch in der Regel mit Ringwaden gefangen. Dabei wird ein Netz mithilfe eines Beibootes ringförmig um einen Fischschwarm ausgelegt und anschließend zusammengezogen. 

Da die Delfine oberhalb der Thunfische schwimmen, waren die Delfinbeifänge bei dieser Art der Fischerei in der Vergangenheit enorm hoch und die mexikanische Thunfischfischerei galt aus Umweltperspektive Jahrzehnte lang als eine der umstrittensten Fischereien überhaupt. Im Jahr 1989, lag der Delfinbeifang bei 132.000 Tieren. Ein Umdenken in der Fischerei war dringend notwendig. Und dieses Umdenken hat stattgefunden: die Anzahl der verendeten Delfine im tropischen Nordostpazifik konnte um 99 % gesenkt werden. 

Die Methode der mexikanischen Fischer zählt mittlerweile zu den ökologisch selektivsten Fangtechniken und schützt neben den Thunfischbeständen gleichzeitig auch Haie, Rochen, Delfine, Schildkröten und andere wichtige Meeresbewohner.

Werden Thunfische mit Fischsammlern (Lockbojen; FADs) gefangen?

Fischsammler haben sich vor allem in der Ringwadenfischerei in tropischen Gewässern als gängige Praxis etabliert. Pelagische Schwarmfische wie der Thunfisch – und darunter vor allem der Echte Bonito bzw. Skipjack – tummeln sich gern in der Nähe von solchen Objekten, weshalb die Fischsammler gezielt zum Thunfischfang eingesetzt werden. Dabei wird zwischen frei schwimmenden oder treibenden FADs und solchen, die am Meeresboden verankert sind, unterschieden.

Für viele Fischereibetriebe, NGOs und die regionalen Fischereiorganisationen (Regional Fisheries Management Organisation, RFMO), die für das Management der verschiedenen Thunfischbestände verantwortlich sind, steht die Entwicklung eines besseren FAD-Managements ganz oben auf der Agenda. Die RFMOs ergreifen zu diesem Zweck verschiedene Maßnahmen. Dazu gehören die Begrenzung der Anzahl eingesetzter FADs, der Einsatz von biologisch abbaubaren Materialien und die Entwicklung von Managementplänen, um die Auswirkungen der Fischerei mit Fischsammlern gezielt zu begrenzen.

Weder unterstützt noch verbietet der MSC den Einsatz von Lockbojen. Lockbojen können – genauso wie jede andere Fangmethode – in unterschiedlichen Ökosystemen jeweils unterschiedliche Auswirkungen haben. Grundsätzlich gilt: Eine Fischerei kann nur MSC-zertifiziert werden, wenn ihre Fangmethode das Ökosystem nicht irreversibel schädigt und die gesunde Bestandsgröße von Zielart und beigefangenen Arten nicht gefährdet.

Welchen Thunfisch darf ich essen?

Beim Kauf von Thunfisch sollte immer auf das MSC-Siegel geachtet werden. Derzeit findet man in gut sortierten deutschen Supermärkten Weißen Thun, Gelbflossenthun und Echten Bonito (Skipjack) mit dem MSC-Siegel. 

Weitere Informationen zu Thunfisch

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